Ziegelbrücke bildete bereits in unseren Anfängen die Drehscheibe des Geschehens, als Fridolin Jenny hier im Jahr 1834 eine Spinnerei mit 15000 Spindeln in Betrieb nahm. Kurz darauf im Jahre 1836 wurde unter dem Namen Enderlin und Jenny eine Firma gegründet. Wo gesponnen wurde, waren die Weber in der Regel nicht weit und im nahgelegenen Niederurnen kaufte man 1851 kurzum eine Weberei dazu. Das Geschäft wuchs erfolgreich und im Jahre 1860 blickte man mit 54000 Spindeln und 520 Mitarbeitern auf die grösste Spinnerei des Kantons. Die Expansion ging mit dem Bau einer Weberei in Triesen in Lichtenstein, einer Spinnerei in Italien und der Beteiligung an einer weiteren Spinnerei in Vaduz, ebenfalls im Fürstentum, weiter. Nun folgten einige Namenswechsel.

1880 nannte sich die Firma neu Caspar Jenny und 1894 Fritz + Caspar Jenny. 1895 stand unter keinem guten Stern und es gab einen schwerwiegenden Brand. Dieser hinterliess an einem der zwei Spinnereigebäude einen enormen Schaden. Man liess sich von den Ereignissen nicht entmutigen und begann umgehend mit dem Bau einer neuen Spinnerei, die bereits 1897 ihren Betrieb aufnahm. Bis in die 1980er-Jahre wirtschaftete man erfolgreich weiter. Die allmähliche Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Osteuropa und Asien bremste ab diesen Jahren das Wachstum leider fortlaufend. 1989 kam die Umwandlung von Fritz + Caspar Jenny in eine Aktiengesellschaft. Aus der Fritz + Caspar Jenny AG folgte 1997 die juristische Verselbstständigung der Spinnerei Ziegelbrücke AG und der Jenny Fabrics AG, die sich weiterhin auf die Produktion von Geweben konzentrierte. 2001 musste die Spinnerei den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen.

Und so sind wir heute...

Die Jenny Fabrics AG fokussiert und spezialisiert sich fortlaufend im Bereich des Webens, weshalb wir ständig in Infrastruktur und Maschinenpark investieren.

2004 können wir von der Weberei Wängi, die ihren Betrieb aufgab, das Archiv und das Know-how der Drehertechnologie übernehmen. Heute pflegen wir mit eigens umgebauten Webmaschinen und bis zu fünf Kettbaumsystemen diese historische Webtechnologie und produzieren anspruchsvolle Bekleidungs- und Vorhangstoffe.
Im gleichen Jahr beteiligen wir uns an einer Weberei in Tschechien, um dem hohen Kostendruck standzuhalten und die Arbeitsplätze in Niederurnen zu stärken.

2006 finden wir nach langer und intensiver Suche einen passenden Partner in China, der unseren Ansprüchen gerecht wird. Wir reagieren auf den zunehmenden Kostendruck und organisieren den Einkauf von hochwertigen Schaftgeweben für unsere Kunden. Die Sicherung der Qualität erfolgt durch unser Team in Niederurnen.

2008 wird in Niederurnen die Hälfte des Maschinenparks durch neue Webmaschinen ersetzt.

2010 wird der Rohwarenhandel der Firma Christian Fischbacher Co. AG aus St. Gallen in der Jenny Fabrics AG implementiert. Wir komplettieren mit dieser Entscheidung das Angebot im Sortiment kostengünstiger Handelsgewebe für die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Stickereien oder Druckereien. Zusätzlich beschaffen wir vollumfänglich Gewebe auf Wunsch unserer Kunden.

2011 entscheiden wir uns von der Keller AG in Wald, die ihren Betrieb aufgab, 12 breite Webmaschinen in unserem Websaal zu integrieren. Erstmals können wir Gewebe in Rohwarenbreiten bis zu 340cm anbieten und Kunden im Heimtextilbereich bedienen.

2013 können wir eine interessante Kooperation mit der Getzner Textil AG in Bludenz beschliessen. Dafür bauen wir 20 Schaftwebmaschinen auf Jacquardtechnologie um und weben exklusive Damaste.

2014 beteiligen wir uns nach langjähriger Zusammenarbeit mit unserem chinesischen Partnerbetrieb an einem vertikalen Textilbetrieb für hochwertige Hemdenstoffe. Erstmals lancieren wir eine vollständige Hemdenstoffkollektion unter dem Namen Tintofilo.

2017 erweitern wir unseren Maschinenpark mit 14 weiteren Jacquardmaschinen.